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Fastenzeit

3. Woche in der Fastenzeit

2/22/2026 (Hiltrud Bollenbach / Klaus Völker, Pfarrei Hildegard von Bingen, Rhein und Nahe)

Ablaufplan

Wortgottesfeier (Werktagsgottesdienst)

am Dienstag, 10.03.26, 10.00 h, 3. Woche in der Fastenzeit

Bistum Mainz / Pfarrei Hildegard von Bingen, Rhein und Nahe /

Dorea Familie, Bingen

(WGF-Leiter: Hiltrud Bollenbach / Klaus Völker )

 

Thema: „Siebenundsiebzigmal“

Eingangslied: Hilf Herr meines Lebens; GL 440, 1 - 4

Begrüßung:

Zum ersten Mal in diesem Jahr sind wir wieder hier, um gemeinsam mit Ihnen Gottesdienst zu feiern. Wir bedanken uns für Ihr Kommen und beginnen im Namen des Vaters, … +

Einleitung:

„Die Barmherzigkeit Gottes“ ist eines der zentralen Themen der österlichen Bußzeit. Wir können diese Barmherzigkeit von Gott erwarten, weil Jesus sie uns verkündet hat. 

Doch das Evangelium am heutigen Tag macht deutlich, dass der barmherzige Gott auch eine Antwort von uns Christen erwartet, nämlich die Forderung: Wer seinem Bruder oder seiner Schwester nicht vergibt, dem wird auch der himmlische Vater nicht vergeben.

 

Kyrie:

So rufen wir ihn im Kyrie an und bitten um sein Erbarmen:

·      Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich

Kyrie eleison

·      Wende dein Ohr mir zu, vernimm mein Bitten

Christe eleison

·      Behüte mich wie einen Augapfel, birg mich im Schatten deiner Flügel

Kyrie eleison

Tagesgebet:

Gütiger Gott,

bei dir ist Freude über jeden Menschen, der umkehrt und Buße tut.

Denn du bist der Vater, der für alle ein Herz hat.

Lass uns darauf vertrauen und deinem Ruf folgen.

Hilf uns, dass auch wir einander vergeben, wie du uns vergibst.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen.

Evangelium:

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal?
Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm,
der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir!
Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr des Knechtes hatte Mitleid, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Knecht hinausging, traf er einen Mitknecht, der ihm hundert Denare schuldig war.
Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl, was du schuldig bist!
Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir!
Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe.
Als die Mitknechte das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Knecht!
Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast. Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt
.

Evangelium, frohe Botschaft unseres Herrn, Jesus Christus

 

Auslegung:

Lassen wir einmal dieses Evangelium auf uns wirken und schauen uns die einzelnen Textstellen genauer an:

Talent und Denar waren zurzeit Christi Währungseinheiten im römischen Reich. Mit einem Denar wurde die Tagesarbeit eines einfachen Arbeiters oder Söldners entlohnt; es war ein Silberstück mit einem Gewicht von etwa 4 Gramm, also auf die heutige Zeit umgerechnet 10 Euro. 

Ganz anders ein Talent: Hierbei handelte es sich um einen Goldbarren mit einem Gewicht von 20 – 40 Kilogramm, damals wie heute eine unvorstellbare Summe von 5 bis 10 Millionen Euro.

Und der Knecht hatte gleich 10 000 Talente Schulden bei seinem Dienstherren!

Das soll die große Gnade Gottes beweisen im Verhältnis zu den geringfügigen Verfehlungen unserer Brüder und Schwestern. (Stille)

Petrus fragt nun Jesus mit der Mentalität, die sich an den Bedürfnissen der Natur orientiert: Wenn ich etwas für andere tue, erwarte ich auch eine Gegenleistung; wobei er sogar bis zur siebenmaligen Vergebung geht und damit meint, etwas Besonderes zu tun und etwas Großes zu sagen.

Jesus macht aber ganz klar, dass wir die Vergebung nicht beschränken dürfen! Er führt uns die verschwenderische Barmherzigkeit Gottes vor Augen und mahnt gleichzeitig an, wie wir auch unseren Mitmenschen begegnen sollen.

Ein wunderschönes Gleichnis – wenn da nicht dieser ganz harte Schluss wäre! (Stille)

Und dieser Schluss führt uns das Ineinander von göttlichem Schuldenerlass und der Pflicht, nun unsererseits Schulden zu erlassen, vor Augen.

Einander vergeben ist aber alles andere als leicht, vor allem, wenn wir eine schwere Beleidigung erlitten haben.

Manche Menschen tragen anderen das Leben lang erlittene Kränkungen nach und werden dabei selbst krank.

Vieles kann uns beleidigen, uns Leid zufügen. Es kann ein kränkendes Wort sein, das alte Wunden in uns aufreißt. Jeder von uns hat seine empfindliche Stelle. Und jeder hat wohl schon eine solche Erfahrung gesammelt. Beleidigen kann auch ein Übergehen sein. Der andere beachtet uns gar nicht.

Viele fühlen sich mit dem Verzeihen dann überfordert.

Seien wir uns im Klaren: Nur in und mit Gottes Kraft ist uns das möglich. Und es ist oft ein langer Weg.

Seien wir uns auch weiter im Klaren: Wenn wir uns dem Weg der Vergebung komplett verweigern, gehen wir daran selbst kaputt. Wenn wir Vergebung dagegen richtig verstehen, ist sie nicht nur ein Werk der Barmherzigkeit, sondern es tut uns selbst gut!

Und durch diese verschwenderische Barmherzigkeit und Gnade Gottes erfahren wir seine Hilfe bei der Vergebung der Verfehlungen unseres Nächsten!

Amen.

 

Antwort der Gemeinde:

Sündenbekenntnis -   vgl. RB S. 44

Tragen wir unsere Sünden offen vor Gott im Schuldbekenntnis:

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe


- ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.


Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heilige
und euch, Brüder und Schwestern,
für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.

 

Lied: O Herr, nimm unsre Schuld; GL 273, 1 - 3

 

Beten wir angesichts dieses Evangeliums jetzt ganz bewusst das Schuldbekenntnis:

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und

Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe –

Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken –

durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld.

Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen

und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.

Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er lasse uns die Sünden

nach und führe uns zum ewigen Leben. +

Amen.

Friedensgruß:

Bei der Geburt Jesu verkündeten Engel den Frieden.

Überall, wo Jesus später auftrat, war seine Begrüßungsformel: „Der Friede sei mit euch!“.

Wir sind hier versammelt, um Gemeinschaft zu feiern, Gemeinschaft mit uns untereinander, aber auch Gemeinschaft mit Gott.

Geben wir uns deshalb ein Zeichen der Versöhnung und des Friedens: „Der Friede des Herrn sei allezeit mit uns!“

 

Hymnus:

Lied: O Jesu; GL 377, 1, 2

Übertragung der Hostien vom Tabernakel zum Altar

Fürbitten:

In den Für bitten wenden wir uns an Gott und bitten um sein erbarmen.

·      Herr, wie oft fällt es uns schwer, einander zu vergeben, und wie oft hemmen uns Verletzungen, Egoismus und Stolz. Hilf uns, unsere Schwächen zu überwinden und auf den Nächsten zuzugehen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

·      Herr, wie oft fällt es uns schwer, die Nöte unseres Nächsten zu erkennen. Hilf uns, unser Herz zu öffnen, damit es nicht hart wird und schenke uns Mut, dem anderen zu verzeihen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

·      Herr, wie oft fällt es uns schwer, den ersten Schritt zur Vergebung zu gehen. Hilf uns durch deine Nähe und Gnade, uns zu überwinden, dort wo es unmöglich erscheint.

Wir bitten dich, erhöre uns.

·      Herr, du vergibst uns. Gib uns den Mut, immer wieder einen neuen Anfang zu wagen. Rette uns aus der Macht des Bösen; lass alle Verstorbenen und auch uns einst deine Herrlichkeit schauen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Denn du bist unser Mittler beim Vater. Dir sein Dank und Ehre in Ewigkeit. Amen.

 

 

Vater unser:

Jesus hat uns das Gebet zu seinem Vater gelehrt.

„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern

Schuldigern“ – achten wir besonders auf diese Bitte, wenn wir nun beten:

Vater unser … Denn dein ist das Reich …

 

Lied: Wer unterm Schutz des Höchsten steht; GL 423, 1, 3

Kommunionspende:

Wir haben das Wort Gottes gehört und seine Güte und Gnade gepriesen. Die heilige Kommunion, die wir gleich empfangen werden, verbindet uns mit der letzten Eucharistiefeier in Kempten. Der Leib Christi ist Zeichen der Einheit mit Jesus Christus und Zeichen der Einheit untereinander.

Seht das Lamm Gottes, es nimmt hinweg die Sünde der Welt.

Herr, ich bin nicht würdig, …

Das Heil der Welt, Herr Jesus Christ, wahrhaftig hier zugegen ist.

Der Leib Christi.

Lied: Ich will dich lieben; GL 358, 1, 6

Danksagung:

Liebe Gemeinde hier bei der Dorea-Familie, wir sind wieder am Ende des Gottesdienstes angelangt. Vor dem Schlussgebet und dem Segen möchten wir uns ganz herzlich bedanken, dass Sie wieder so zahlreich gekommen sind und mitgefeiert haben!

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Woche und verabschieden uns bis zum nächsten Mal erst in der Adventszeit, also im Dezember. Bis dahin alles Gute und Gesundheit – und bitten wir nun noch um den Segen Gottes:

Schlussgebet:

Lasset uns beten!

Barmherziger Gott, Du hast uns gestärkt durch dein Wort des Lebens und das Brot des Himmels. Deine Liebe, die wir hier erfahren durften, mache uns bereit, Dir in unseren Schwestern und Brüdern aus Liebe zu dienen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Amen.

Bekanntgaben/Intensionen:

Segensbitte/Segen:

Der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, bewahre uns in der Gemeinschaft mit Jesus Christus und untereinander als seine Brüder und Schwestern und mache uns zu einem Segen für alle Mitmenschen. Dazu segne und behüte uns der allmächtige und gütige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. + Amen.

Gehen wir in Gottes Frieden.

Schlusslied: Im Frieden dein; GL 216, 1