Ablaufplan
Wortgottesfeier (Werktagsgottesdienst)
am Dienstag, 10.03.26,
10.00 h, 3. Woche in der Fastenzeit
Bistum Mainz / Pfarrei
Hildegard von Bingen, Rhein und Nahe /
Dorea Familie, Bingen
(WGF-Leiter: Hiltrud
Bollenbach / Klaus Völker )
Thema: „Siebenundsiebzigmal“
Eingangslied: Hilf Herr
meines Lebens; GL 440, 1 - 4
Begrüßung:
Zum ersten Mal in diesem Jahr sind wir wieder hier, um gemeinsam mit
Ihnen Gottesdienst zu feiern. Wir bedanken uns für Ihr Kommen und beginnen im
Namen des Vaters, … +
Einleitung:
„Die Barmherzigkeit
Gottes“ ist eines der zentralen Themen der österlichen Bußzeit. Wir können
diese Barmherzigkeit von Gott erwarten, weil Jesus sie uns verkündet hat.
Doch
das Evangelium am heutigen Tag macht deutlich, dass der barmherzige Gott auch eine
Antwort von uns Christen erwartet, nämlich die Forderung: Wer seinem Bruder oder
seiner Schwester nicht vergibt, dem wird auch der himmlische Vater nicht
vergeben.
Kyrie:
So rufen wir ihn im Kyrie an und bitten um sein Erbarmen:
·
Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich
Kyrie eleison
·
Wende dein Ohr mir zu, vernimm mein Bitten
Christe eleison
·
Behüte mich wie einen Augapfel, birg mich im
Schatten deiner Flügel
Kyrie eleison
Tagesgebet:
Gütiger Gott,
bei dir ist Freude über jeden Menschen, der umkehrt und Buße tut.
Denn du bist der Vater, der für alle ein Herz hat.
Lass uns darauf vertrauen und deinem Ruf folgen.
Hilf uns, dass auch wir einander vergeben, wie du uns vergibst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
Evangelium:
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich
meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal?
Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu
siebzigmal siebenmal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von
seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm,
der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht
zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was
er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir!
Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr des Knechtes hatte Mitleid, ließ ihn gehen und schenkte ihm die
Schuld.
Als nun der Knecht hinausging, traf er einen Mitknecht, der ihm hundert Denare
schuldig war.
Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl, was du schuldig bist!
Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir!
Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis
er die Schuld bezahlt habe.
Als die Mitknechte das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn
und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Knecht!
Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast. Hättest
nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir
Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld
bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem
Bruder von Herzen vergibt.
Evangelium, frohe Botschaft unseres Herrn, Jesus Christus
Auslegung:
Lassen wir einmal dieses Evangelium auf uns wirken
und schauen uns die einzelnen Textstellen genauer an:
Talent und Denar waren zurzeit Christi
Währungseinheiten im römischen Reich. Mit einem Denar wurde die Tagesarbeit
eines einfachen Arbeiters oder Söldners entlohnt; es war ein Silberstück mit
einem Gewicht von etwa 4 Gramm, also auf die heutige Zeit umgerechnet 10 Euro.
Ganz anders ein Talent: Hierbei handelte es sich um
einen Goldbarren mit einem Gewicht von 20 – 40 Kilogramm, damals wie heute eine
unvorstellbare Summe von 5 bis 10 Millionen Euro.
Und der Knecht hatte gleich 10 000 Talente Schulden
bei seinem Dienstherren!
Das soll die große Gnade Gottes beweisen im
Verhältnis zu den geringfügigen Verfehlungen unserer Brüder und Schwestern.
(Stille)
Petrus fragt nun Jesus mit der Mentalität, die sich
an den Bedürfnissen der Natur orientiert: Wenn ich etwas für andere tue,
erwarte ich auch eine Gegenleistung; wobei er sogar bis zur siebenmaligen
Vergebung geht und damit meint, etwas Besonderes zu tun und etwas Großes zu
sagen.
Jesus macht aber ganz klar, dass wir die Vergebung
nicht beschränken dürfen! Er führt uns die verschwenderische Barmherzigkeit
Gottes vor Augen und mahnt gleichzeitig an, wie wir auch unseren Mitmenschen
begegnen sollen.
Ein wunderschönes Gleichnis – wenn da nicht dieser
ganz harte Schluss wäre! (Stille)
Und dieser Schluss führt uns das Ineinander von
göttlichem Schuldenerlass und der Pflicht, nun unsererseits Schulden zu
erlassen, vor Augen.
Einander vergeben ist aber alles andere als leicht, vor allem,
wenn wir eine schwere Beleidigung erlitten haben.
Manche Menschen tragen anderen das Leben lang erlittene
Kränkungen nach und werden dabei selbst krank.
Vieles kann uns beleidigen, uns Leid zufügen. Es kann ein
kränkendes Wort sein, das alte Wunden in uns aufreißt. Jeder von uns hat seine
empfindliche Stelle. Und jeder hat wohl schon eine solche Erfahrung gesammelt. Beleidigen
kann auch ein Übergehen sein. Der andere beachtet uns gar nicht.
Viele fühlen sich mit dem Verzeihen dann überfordert.
Seien wir uns im Klaren: Nur in und mit Gottes Kraft ist
uns das möglich. Und es ist oft ein langer Weg.
Seien wir uns auch weiter im Klaren: Wenn wir uns dem Weg der
Vergebung komplett verweigern, gehen wir daran selbst kaputt. Wenn wir
Vergebung dagegen richtig verstehen, ist sie nicht nur ein Werk der
Barmherzigkeit, sondern es tut uns selbst gut!
Und durch diese verschwenderische Barmherzigkeit und Gnade
Gottes erfahren wir seine Hilfe bei der Vergebung der Verfehlungen unseres
Nächsten!
Amen.
Antwort der Gemeinde:
Sündenbekenntnis - vgl. RB S. 44
Tragen wir unsere Sünden
offen vor Gott im Schuldbekenntnis:
Ich bekenne Gott,
dem Allmächtigen,
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe
- ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heilige
und euch, Brüder und Schwestern,
für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.
Lied: O Herr,
nimm unsre Schuld; GL 273, 1 - 3
Beten wir angesichts dieses Evangeliums jetzt ganz bewusst das
Schuldbekenntnis:
Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und
Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe –
Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken –
durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen
und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott,
unserem Herrn.
Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er lasse uns die Sünden
nach und führe uns zum ewigen Leben. +
Amen.
Friedensgruß:
Bei der Geburt Jesu verkündeten Engel den Frieden.
Überall, wo Jesus später auftrat, war seine Begrüßungsformel: „Der Friede
sei mit euch!“.
Wir sind hier versammelt, um Gemeinschaft zu feiern, Gemeinschaft mit uns
untereinander, aber auch Gemeinschaft mit Gott.
Geben wir uns deshalb ein Zeichen der Versöhnung und des Friedens: „Der
Friede des Herrn sei allezeit mit uns!“
Hymnus:
Lied: O Jesu; GL
377, 1, 2
Übertragung der Hostien vom
Tabernakel zum Altar
Fürbitten:
In den Für bitten wenden wir uns an Gott und bitten um sein erbarmen.
·
Herr, wie oft fällt es uns schwer, einander zu
vergeben, und wie oft hemmen uns Verletzungen, Egoismus und Stolz. Hilf uns,
unsere Schwächen zu überwinden und auf den Nächsten zuzugehen.
Wir bitten dich,
erhöre uns.
·
Herr, wie oft fällt es uns schwer, die Nöte unseres
Nächsten zu erkennen. Hilf uns, unser Herz zu öffnen, damit es nicht hart wird
und schenke uns Mut, dem anderen zu verzeihen.
Wir bitten dich,
erhöre uns.
·
Herr, wie oft fällt es uns schwer, den ersten Schritt
zur Vergebung zu gehen. Hilf uns durch deine Nähe und Gnade, uns zu überwinden,
dort wo es unmöglich erscheint.
Wir bitten dich,
erhöre uns.
·
Herr, du vergibst uns. Gib uns den Mut, immer wieder
einen neuen Anfang zu wagen. Rette uns aus der Macht des Bösen; lass alle
Verstorbenen und auch uns einst deine Herrlichkeit schauen.
Wir bitten dich,
erhöre uns.
Denn du bist unser
Mittler beim Vater. Dir sein Dank und Ehre in Ewigkeit. Amen.
Vater unser:
Jesus hat uns das Gebet zu seinem Vater gelehrt.
„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern
Schuldigern“ – achten wir besonders auf diese Bitte, wenn wir nun
beten:
Vater unser … Denn dein ist das Reich …
Lied: Wer unterm
Schutz des Höchsten steht; GL 423, 1, 3
Kommunionspende:
Wir haben das Wort Gottes gehört und seine Güte und Gnade gepriesen. Die
heilige Kommunion, die wir gleich empfangen werden, verbindet uns mit der
letzten Eucharistiefeier in Kempten. Der Leib Christi ist Zeichen der Einheit
mit Jesus Christus und Zeichen der Einheit untereinander.
Seht das Lamm Gottes, es nimmt hinweg die Sünde der Welt.
Herr, ich bin nicht würdig, …
Das Heil der Welt, Herr Jesus Christ, wahrhaftig hier zugegen ist.
Der Leib Christi.
Lied: Ich will
dich lieben; GL 358, 1, 6
Danksagung:
Liebe Gemeinde hier bei der Dorea-Familie, wir sind
wieder am Ende des Gottesdienstes angelangt. Vor dem Schlussgebet und dem Segen
möchten wir uns ganz herzlich bedanken, dass Sie wieder so zahlreich gekommen
sind und mitgefeiert haben!
Wir wünschen Ihnen eine angenehme Woche und
verabschieden uns bis zum nächsten Mal erst in der Adventszeit, also im
Dezember. Bis dahin alles Gute und Gesundheit – und bitten wir nun noch um den
Segen Gottes:
Schlussgebet:
Lasset uns beten!
Barmherziger
Gott, Du hast uns gestärkt durch dein Wort des Lebens und das Brot des Himmels.
Deine Liebe, die wir hier erfahren durften, mache uns bereit, Dir in unseren
Schwestern und Brüdern aus Liebe zu dienen. Darum bitten wir durch Christus,
unseren Herrn.
Amen.
Bekanntgaben/Intensionen:
Segensbitte/Segen:
Der
Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, bewahre uns in der Gemeinschaft
mit Jesus Christus und untereinander als seine Brüder und Schwestern und mache
uns zu einem Segen für alle Mitmenschen. Dazu segne und behüte uns der
allmächtige und gütige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. + Amen.
Gehen
wir in Gottes Frieden.
Schlusslied:
Im Frieden dein; GL
216, 1