Ablaufplan:
Bußfeier am Aschermittwoch, 18.02.26,
Lj. A
Bistum Mainz / Pfarrei heilige
Hildegard von Bingen, Rhein und Nahe / Kirchort Bingen-Kempten
(WGD-Leiter: Hiltrud
Bollenbach / Klaus Völker)
Vorbemerkungen:
In der alten
Kirche hängen verteilt Fastnachtskostüme, auf dem Seitenaltar steht eine große Feuerschale.
Auf der
Kommunionbank stehen zwei mit Asche gefüllte Schalen und der Weihwasserkessel.
Eröffnung:
Lied: Meine engen
Grenzen; GL 437, 1 – 4
Begrüßung:
Wir haben unsere Verkleidungen nach der lustigen Fastnachtszeit
wieder ausgezogen. Sie hängt verstreut hier in der Kirche.
Wir alle sind heute versammelt, so wie wir wirklich sind, ohne
Masken, mit offenem Gesicht, so wie Gott uns geschaffen hat.
„Gesicht zeigen“, das heißt ja auch im übertragenen Sinne, zu
seiner Meinung stehen, seine Haltung kundtun, seine Stärken erkennen lassen,
sich nicht verstellen, sich nicht verstecken.
Wir, die wir hier zur Bußfeier gekommen sind, zeigen Gesicht;
wir bekennen uns zu unserem Glauben.
Herzlich willkommen!
Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt wieder eine neue Zeit,
die Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest.
Unsere derzeitige Zeit ist geprägt von Kriegen, Unsicherheiten,
Sorgen und Ängsten. Gehen wir trotzdem gemeinsam und vertrauensvoll auf Ostern
zu und nutzen die Fastenzeit, um uns auf das zu besinnen, was wesentlich ist im
Leben und auf den, der uns immer wieder neu zur Umkehr einlädt: Jesus Christus.
So beginnen wir im Namen des Vaters, … +
Kyrieruf:
Rufen wir im Kyrie Christus an und bitten um seinen Beistand:
Christus,
du Begleiter unseres Lebens:
Viele
Stimmen reden auf uns ein – werden wir deine Stimme hören?
Herr,
erbarme dich
Christus,
du Begleiter unseres Lebens:
Viele
Wege tun sich vor uns auf –
werden
wir deinen Weg einschlagen?
Christus,
erbarme dich
Christus,
du Begleiter unseres Lebens:
Viele
Angebote flattern uns ins Haus –
werden
wir deiner Einladung folgen?
Herr,
erbarme dich.
Ja,
Herr, erbarme dich unser, lass uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen
Leben! + Amen.
Lied:
Bekehre uns,
vergib die Sünden; GL 266, 1, 2, 3, 6 (Kantor / Gemeinde
Tagesgebet:
Du erbarmst dich aller, o Herr, du hast Nachsicht mit den Sünden der
Menschen, damit sie sich bekehren; denn du bist der Herr, unser Gott.
Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich beginnen wir die vierzig Tage der
Umkehr und Buße. Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht,
damit wir dem Bösen absagen und mit Entschiedenheit das Gute tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.
Schriftlesung:
Aus
dem Heiligen Evangelium nach Matthäus:
In
jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor
den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn
von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
Wenn
du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den
Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden! Amen, ich
sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Wenn
du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine Rechte tut,
damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das
Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
Wenn
ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in
die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden.
Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du
aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem
Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird
es dir vergelten.
Wenn
ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein
trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage
euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber,
wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute
nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist;
und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
Evangelium, frohe
Botschaft unseres Herrn Jesus Christus.
Lied: Zu dir, o Gott, erheben wir; GL 142,
1, 2
Gedanken
zum Aschenkreuz:
(Die Überschrift
wird mitgesprochen als Besinnung)
Dem Kreuzzeichen
begegnen Christen häufig und in unterschiedlicher Form, beispielsweise, wenn
Eltern ihren Kindern vor dem Einschlafen ein Kreuz auf die Stirn zeichnen und
sie damit segnen oder wenn wir uns am Kircheneingang mit Weihwasser
bekreuzigen.
Wir werden gleich
ein Kreuz aus Asche aufgezeichnet bekommen. Schon öfter haben auch wir
dieses Zeichen auf die Stirn erhalten: Beim ersten Mal waren wir noch ganz
klein: Bei der Taufe mit Weihwasser. Dieses Kreuz ist das Zeichen Jesu. Seither
gehören wir zu ihm und sollen als Kinder Gottes leben.
Das
nächste Kreuz haben wir bei der Firmung empfangen. Dieses Mal nicht mit
Weihwasser, sondern mit dem Chrisam-Öl, dem Öl der Gesalbten. Es bringt die
heilende Kraft, die vom Heiligen Geist ausgeht, zum Ausdruck.
Das
Aschenkreuz heute und die Fastenzeit laden uns ein, uns an all das zu erinnern
- es sagt uns aber auch, dass wir dazu nicht ewig Zeit haben, sondern die Zeit
nützen sollen – hier und heute damit beginnen, als Kinder Gottes zu leben.
Und in
der Osternacht werden wir nach unserem Glauben gefragt und werden ihn im
Glaubensbekenntnis erneuern. Und dann sind wir eingeladen, uns wieder mit
Weihwasser zu bekreuzigen.
Lied:
Kreuz,
auf das ich schaue; GL 270, 1, 2
Gedanken zur
Asche:
(Die Überschrift
wird mitgesprochen als Besinnung)
Asche - sie sieht
dunkel, schwarz, schmutzig aus. Kaum vorzustellen, dass sie früher einmal zur
Reinigung benutzt wurde – ähnlich wie Scheuermilch. Silber beispielsweise wird,
mit Asche poliert, wieder glänzend.
Vielleicht kann
uns die Asche ein Hinweis sein, auf das eigene Leben zu schauen. Vielleicht
gibt es da etwas bei uns, was nicht so „sauber“ ist, wo es sich lohnen würde,
vielleicht einen anderen Weg einzuschlagen: z.B. wo ich etwas vortäusche oder
gelogen habe, wo ich Ärgernis gegeben habe, wo ich neidisch bin.
Asche wurde auch
gerne als Dünger benutzt. Noch in meiner Kindheit war es üblich, den
Aschenkasten auf den Beeten auszuleeren. Man wusste um die Kraft für das
Wachstum der Pflanzen, die in der Asche lag.
Vielleicht ist da
etwas in uns, das wir gerne zum Wachsen bringen würden?
Und vielleicht
kann uns die Asche ein Zeichen sein, dass wir dabei nicht alleine sind, dass es
jemanden gibt, der uns helfen will, damit uns dies gelingt: Talente, die in mir
stecken, aber von anderen belächelt werden; Freude an Tätigkeiten, die andere uncool
finden; mit Menschen Zeit verbringen, die ich mag, auch wenn andere das nicht
verstehen können.
Und dann ist da
noch etwas, was wir beobachten konnten, als die Asche entstand:
Die Wucht und
Kraft des Feuers. Vielleicht kann die Asche auch ein Zeichen sein, darauf zu hoffen,
dass uns die Kraft geschenkt wird, etwas zu verändern in unserem Leben, neue
Wege einzuschlagen.
Das
alles hat etwas mit uns zu tun, damit, was unserem Leben neuen Sinn
geben kann. Die Fastenzeit gibt uns die Gelegenheit über unser Leben
nachzudenken und herauszufinden, was uns und anderen wirklich wichtig ist und guttut.
Symbolisch
steht deshalb auch neben der aufgehängten Fastnachtsbekleidung die Feuerschale
auf dem Seitenaltar, gefüllt mit Asche.
Dieses
Symbol soll mir aufzeigen, dass es nicht auf das Äußere ankommt, sondern auf
unser Inneres. Das haben wir auch im Evangelium eindringlich gehört!
Es
kommt auf mein Inneres an. Ich mache mich frei von Zwängen. Ich genieße
Freiheit nicht „von“ etwas, sondern „zu“ etwas. Mit dieser Freiheit kann ich
mich als Christ meinem Mitmenschen zuwenden, kann einen Teil meiner Freizeit
verschenken, ich kann mein Konsumverhalten überdenken, ich kann meinen
Lebensstil ändern, ich bin frei, mit Gott ins Gespräch zu kommen.
Gott
schenkt uns die Fastenzeit und mit ihr diese Freiheit – nehmen wir sein
Geschenk an, lassen wir uns verwandeln und neue Wege gehen!
Wenn uns
das gelingt, dann stellt sich Freude ein – eine Freude, die uns auf die große
Freude, die wir an Ostern feiern, gut vorbereitet.
Lied: Danket Gott, denn er ist gut; GL 402, 1, 2
Segnung
der Asche:
Wenn wir uns nun mit der Asche bekreuzigen lassen,
bekennen wir uns zu unserer eigenen Vergänglichkeit und unserer Abhängigkeit
von Gott. Wir zeigen damit, dass wir bereit sind, unsere Fehler und Sünden zu
erkennen und uns auf den Weg der Umkehr und Buße zu begeben. Die Asche erinnert
uns daran, dass wir nicht perfekt sind und dass wir immer wieder auf Gottes
Vergebung angewiesen sind.
Diese Asche besteht aus den verbrannten Palmzweigen
des Palmsonntags. Sie erinnern an den
Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihm die Menschen Palmzweige zu Ehren
streuten. Die Verwendung der Zweige am Aschermittwoch symbolisiert also auch
die Verbindung zwischen dem Leiden und dem Sieg Jesu Christi. Durch sein Leiden
und seinen Tod am Kreuz hat Jesus die Sünde der Welt auf sich genommen und uns
den Weg zur Erlösung gezeigt.
Zur Segnung der Asche stehen wir bitte auf!
Liebe Brüder und Schwestern,
wir wollen Gott, unseren Vater, bitten,
dass er diese Asche segne,
die wir als Zeichen der Buße empfangen.
Barmherziger Gott, du willst nicht den Tod des Sünders,
du willst, dass er sich bekehrt und lebt.
Erhöre gnädig unsere Bitten:
Segne † diese Asche, mit der wir uns bezeichnen lassen,
weil wir wissen, dass wir Staub sind
und zum Staub zurückkehren.
(Besprengen mit
Weihwasser)
Hilf
uns, die vierzig Tage der Buße
in rechter Gesinnung zu begehen.
Verzeih uns unsere Sünden,
erneuere uns nach dem Bild deines Sohnes
und schenke uns durch seine Auferstehung
das unvergängliche Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium. Amen.
Austeilen des Aschenkreuzes
„Bedenke, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst!“ +
(leise Orgelmusik) – anschließend:
Lied: Suchen
und fragen; GL 457, 1, 3
Schuldbekenntnis:
Tragen wir unsere Sünden
offen vor Gott im Schuldbekenntnis:
Ich bekenne Gott,
dem Allmächtigen,
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe
- ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heilige
und euch, Brüder und Schwestern,
für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.
Fürbitten:
Guter
Gott, die Fastenzeit will uns auf Ostern vorbereiten, will uns die Chance
geben, Dinge in unserem Leben zu verändern. Oft ist dies schwierig, wir
brauchen Kraft und Beistand. Deshalb treten wir mit unseren Bitten vor dich.
1)
Hilf uns darauf zu vertrauen, dass du unsere Wege mitgehst und uns
die Kraft und den Mut schenkst, das Richtige zu tun.
Wir bitten dich, …
2)
Lass uns die Fastenzeit nutzen, um auf unser Leben zu schauen.
Hilf uns zu erkennen, wo wir Wege gehen, die uns und auch anderen nicht
guttun. Steh uns bei, wenn wir hier Neues probieren.
3)
Es steckt so viel in uns, mit dem wir die Welt ein kleines
bisschen heller machen können. Hilf uns, dies zu erkennen und auch in die Tat
umzusetzen.
4)
Ganz viel ist uns in unserem Leben hier geschenkt. Lass uns dabei
nicht vergessen, dass viele Menschen noch nicht einmal das Nötigste zum Leben
haben. Zeige uns Wege auf, wie wir dazu beitragen können, die Not auf dieser
Welt zu lindern.
5)
Nimm unsere Verstorbenen auf in dein Reich und zeige ihnen deine
Herrlichkeit.
Denn
du bist der Gott, der uns das Leben in Fülle schenken will. Du bist der Gott
der Freude, der Sieg des Lebens über den Tod. Wir vertrauen auf dich durch
Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.
Vater
Unser
Lasset
uns beten, so wie Christus es selbst uns gelehrt hat:
Friedensgruß
Wo Menschen das Evangelium Jesu Christi ernst nehmen,
können sie dem Frieden ein Stück näherkommen.
Lebendiger Gott, starker Gott,
du kommst uns mit deiner Liebe entgegen
und hast eine Freude an friedvollen Menschen.
Deine Liebe gibt uns Kraft und Mut,
uns selbst anzunehmen und aufeinander zuzugehen.
So wollen wir uns nun freundlich die Hand reichen und
uns den Frieden Gottes mit den Worten zusprechen: Der Friede Gottes sei mit
dir.
(WGD-Leiter geben den Friedensgruß auch an die
Gemeinde weiter)
Lied: Bleib
bei uns Herr; GL 94, 1, 2, 3
Segen:
Am Ende dieses Gottesdienstes möchten wir uns bedanken für
das Innehalten, für das Nachdenken über die Vergänglichkeit unseres Lebens und
über die Freiheiten der Fastenzeit.
Wir sagen danke für Ihr / Euer Kommen und Mitfeiern und
bedanken uns bei unserem Organisten Philip für die musikalische Umrahmung
dieses Gottesdienstes. Er steckt gerade mitten im Abitur und wir drücken ihm
ganz fest die Daumen für die noch ausstehenden mündlichen Prüfungen!
Wir wollen Gott nun um seinen Segen bitten. Dieser Segen soll
uns Kraft geben, Dinge zu verändern und Neues wachsen zu lassen. Heute am
Aschermittwoch ist uns hier ein besonderes Zeichen geschenkt: Das Aschenkreuz.
Es soll ein Zeichen dafür sein, dass Gott uns begleiten und beistehen will.
So lasset uns beten:
„Gott begleite uns auf unserm Weg durch die Fastenzeit und
schenke uns deinen Geist!
So segne uns der gute und liebende Gott, der Vater, der Sohn
und der Heilige Geist. Amen.“ +
Gehen wir unter seiner Gnade!
Lied: Ich will dich lieben; GL358,
2, 5, 6
Zusammenstellung der Lieder:
Eröffnung: Meine engen Grenzen; GL 437,
1 – 4
Nach dem Kyrie: Bekehre uns, vergib die Sünden; GL 266, 1, 2, 3, 6 (Kantor /
Gemeinde)
Nach dem Evangelium: Zu dir, o Gott, erheben wir; GL 142, 1
Nach der Besinnung zum Aschenkreuz: Kreuz, auf das ich schaue; GL 270,
1, 2
Nach den Gedanken zur Asche: Danket Gott, denn er ist gut; GL 402, 1, 2
Während der Austeilung des
Aschgenkreuzes: Leise Orgelmusik
Vor dem Schuldbekenntnis: Suchen
und fragen; GL 457, 1, 3
Nach dem Friedensgruß: Bleib bei uns Herr; GL 94, 1, 3
Schluss: Ich will dich lieben; GL358, 2, 5, 6