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Fastenzeit LesejahrA

Aschermittwoch

2/11/2026 (Hiltrud Bollenbach, Bistum Mainz)

Ablaufplan:

Bußfeier am Aschermittwoch, 18.02.26,  Lj. A

Bistum Mainz / Pfarrei heilige Hildegard von Bingen, Rhein und Nahe / Kirchort Bingen-Kempten

(WGD-Leiter: Hiltrud Bollenbach / Klaus Völker)

 

Vorbemerkungen:

In der alten Kirche hängen verteilt Fastnachtskostüme, auf dem Seitenaltar steht eine große Feuerschale.

Auf der Kommunionbank stehen zwei mit Asche gefüllte Schalen und der Weihwasserkessel.

 

Eröffnung:


Lied:
Meine engen Grenzen; GL 437, 1 – 4

 

Begrüßung:

Wir haben unsere Verkleidungen nach der lustigen Fastnachtszeit wieder ausgezogen. Sie hängt verstreut hier in der Kirche.

Wir alle sind heute versammelt, so wie wir wirklich sind, ohne Masken, mit offenem Gesicht, so wie Gott uns geschaffen hat.

„Gesicht zeigen“, das heißt ja auch im übertragenen Sinne, zu seiner Meinung stehen, seine Haltung kundtun, seine Stärken erkennen lassen, sich nicht verstellen, sich nicht verstecken.

Wir, die wir hier zur Bußfeier gekommen sind, zeigen Gesicht; wir bekennen uns zu unserem Glauben.

 

Herzlich willkommen!

 

Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt wieder eine neue Zeit, die Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest.

Unsere derzeitige Zeit ist geprägt von Kriegen, Unsicherheiten, Sorgen und Ängsten. Gehen wir trotzdem gemeinsam und vertrauensvoll auf Ostern zu und nutzen die Fastenzeit, um uns auf das zu besinnen, was wesentlich ist im Leben und auf den, der uns immer wieder neu zur Umkehr einlädt: Jesus Christus.

 

So beginnen wir im Namen des Vaters, … +

 

Kyrieruf:

 

Rufen wir im Kyrie Christus an und bitten um seinen Beistand:

 

Christus, du Begleiter unseres Lebens:

Viele Stimmen reden auf uns ein – werden wir deine Stimme hören?

Herr, erbarme dich

 

Christus, du Begleiter unseres Lebens:

Viele Wege tun sich vor uns auf –

werden wir deinen Weg einschlagen?

Christus, erbarme dich

 

Christus, du Begleiter unseres Lebens:

Viele Angebote flattern uns ins Haus –

werden wir deiner Einladung folgen?

Herr, erbarme dich.

 

Ja, Herr, erbarme dich unser, lass uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben! + Amen.

 

 

Lied: Bekehre uns, vergib die Sünden; GL 266, 1, 2, 3, 6 (Kantor / Gemeinde

 

 

Tagesgebet:

Du erbarmst dich aller, o Herr, du hast Nachsicht mit den Sünden der Menschen, damit sie sich bekehren; denn du bist der Herr, unser Gott.

Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich beginnen wir die vierzig Tage der Umkehr und Buße. Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht,
damit wir dem Bösen absagen und mit Entschiedenheit das Gute tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

 

Schriftlesung:

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus:

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.

Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden! Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine Rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Evangelium, frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus.

Lied: Zu dir, o Gott, erheben wir; GL 142, 1, 2

 

Gedanken zum Aschenkreuz:

(Die Überschrift wird mitgesprochen als Besinnung)

Dem Kreuzzeichen begegnen Christen häufig und in unterschiedlicher Form, beispielsweise, wenn Eltern ihren Kindern vor dem Einschlafen ein Kreuz auf die Stirn zeichnen und sie damit segnen oder wenn wir uns am Kircheneingang mit Weihwasser bekreuzigen.

Wir werden gleich ein Kreuz aus Asche aufgezeichnet bekommen. Schon öfter haben auch wir dieses Zeichen auf die Stirn erhalten: Beim ersten Mal waren wir noch ganz klein: Bei der Taufe mit Weihwasser. Dieses Kreuz ist das Zeichen Jesu. Seither gehören wir zu ihm und sollen als Kinder Gottes leben.

Das nächste Kreuz haben wir bei der Firmung empfangen. Dieses Mal nicht mit Weihwasser, sondern mit dem Chrisam-Öl, dem Öl der Gesalbten. Es bringt die heilende Kraft, die vom Heiligen Geist ausgeht, zum Ausdruck.

Das Aschenkreuz heute und die Fastenzeit laden uns ein, uns an all das zu erinnern - es sagt uns aber auch, dass wir dazu nicht ewig Zeit haben, sondern die Zeit nützen sollen – hier und heute damit beginnen, als Kinder Gottes zu leben.

Und in der Osternacht werden wir nach unserem Glauben gefragt und werden ihn im Glaubensbekenntnis erneuern. Und dann sind wir eingeladen, uns wieder mit Weihwasser zu bekreuzigen.

 

Lied: Kreuz, auf das ich schaue; GL 270, 1, 2

 

 

Gedanken zur Asche:

(Die Überschrift wird mitgesprochen als Besinnung)

 

Asche - sie sieht dunkel, schwarz, schmutzig aus. Kaum vorzustellen, dass sie früher einmal zur Reinigung benutzt wurde – ähnlich wie Scheuermilch. Silber beispielsweise wird, mit Asche poliert, wieder glänzend.

Vielleicht kann uns die Asche ein Hinweis sein, auf das eigene Leben zu schauen. Vielleicht gibt es da etwas bei uns, was nicht so „sauber“ ist, wo es sich lohnen würde, vielleicht einen anderen Weg einzuschlagen: z.B. wo ich etwas vortäusche oder gelogen habe, wo ich Ärgernis gegeben habe, wo ich neidisch bin.

Asche wurde auch gerne als Dünger benutzt. Noch in meiner Kindheit war es üblich, den Aschenkasten auf den Beeten auszuleeren. Man wusste um die Kraft für das Wachstum der Pflanzen, die in der Asche lag.

Vielleicht ist da etwas in uns, das wir gerne zum Wachsen bringen würden?

Und vielleicht kann uns die Asche ein Zeichen sein, dass wir dabei nicht alleine sind, dass es jemanden gibt, der uns helfen will, damit uns dies gelingt: Talente, die in mir stecken, aber von anderen belächelt werden; Freude an Tätigkeiten, die andere uncool finden; mit Menschen Zeit verbringen, die ich mag, auch wenn andere das nicht verstehen können.

Und dann ist da noch etwas, was wir beobachten konnten, als die Asche entstand:  

Die Wucht und Kraft des Feuers. Vielleicht kann die Asche auch ein Zeichen sein, darauf zu hoffen, dass uns die Kraft geschenkt wird, etwas zu verändern in unserem Leben, neue Wege einzuschlagen.

Das alles hat etwas mit uns zu tun, damit, was unserem Leben neuen Sinn geben kann. Die Fastenzeit gibt uns die Gelegenheit über unser Leben nachzudenken und herauszufinden, was uns und anderen wirklich wichtig ist und guttut.

Symbolisch steht deshalb auch neben der aufgehängten Fastnachtsbekleidung die Feuerschale auf dem Seitenaltar, gefüllt mit Asche.

Dieses Symbol soll mir aufzeigen, dass es nicht auf das Äußere ankommt, sondern auf unser Inneres. Das haben wir auch im Evangelium eindringlich gehört!

Es kommt auf mein Inneres an. Ich mache mich frei von Zwängen. Ich genieße Freiheit nicht „von“ etwas, sondern „zu“ etwas. Mit dieser Freiheit kann ich mich als Christ meinem Mitmenschen zuwenden, kann einen Teil meiner Freizeit verschenken, ich kann mein Konsumverhalten überdenken, ich kann meinen Lebensstil ändern, ich bin frei, mit Gott ins Gespräch zu kommen.

Gott schenkt uns die Fastenzeit und mit ihr diese Freiheit – nehmen wir sein Geschenk an, lassen wir uns verwandeln und neue Wege gehen!  

Wenn uns das gelingt, dann stellt sich Freude ein – eine Freude, die uns auf die große Freude, die wir an Ostern feiern, gut vorbereitet.

 

Lied: Danket Gott, denn er ist gut; GL 402, 1, 2

 

Segnung der Asche:

 

Wenn wir uns nun mit der Asche bekreuzigen lassen, bekennen wir uns zu unserer eigenen Vergänglichkeit und unserer Abhängigkeit von Gott. Wir zeigen damit, dass wir bereit sind, unsere Fehler und Sünden zu erkennen und uns auf den Weg der Umkehr und Buße zu begeben. Die Asche erinnert uns daran, dass wir nicht perfekt sind und dass wir immer wieder auf Gottes Vergebung angewiesen sind.

Diese Asche besteht aus den verbrannten Palmzweigen des Palmsonntags.  Sie erinnern an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihm die Menschen Palmzweige zu Ehren streuten. Die Verwendung der Zweige am Aschermittwoch symbolisiert also auch die Verbindung zwischen dem Leiden und dem Sieg Jesu Christi. Durch sein Leiden und seinen Tod am Kreuz hat Jesus die Sünde der Welt auf sich genommen und uns den Weg zur Erlösung gezeigt.

Zur Segnung der Asche stehen wir bitte auf!

Liebe Brüder und Schwestern,
wir wollen Gott, unseren Vater, bitten,
dass er diese Asche segne,
die wir als Zeichen der Buße empfangen.

Barmherziger Gott, du willst nicht den Tod des Sünders,
du willst, dass er sich bekehrt und lebt.
Erhöre gnädig unsere Bitten:
Segne † diese Asche, mit der wir uns bezeichnen lassen,
weil wir wissen, dass wir Staub sind
und zum Staub zurückkehren.


(Besprengen mit Weihwasser)


Hilf uns, die vierzig Tage der Buße
in rechter Gesinnung zu begehen.
Verzeih uns unsere Sünden,
erneuere uns nach dem Bild deines Sohnes
und schenke uns durch seine Auferstehung
das unvergängliche Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium. Amen.

 

Austeilen des Aschenkreuzes

„Bedenke, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst!“ +

 

(leise Orgelmusik) – anschließend:

Lied: Suchen und fragen; GL 457, 1, 3

Schuldbekenntnis:

Tragen wir unsere Sünden offen vor Gott im Schuldbekenntnis:

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe


- ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.


Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heilige
und euch, Brüder und Schwestern,
für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.

 

Fürbitten:

Guter Gott, die Fastenzeit will uns auf Ostern vorbereiten, will uns die Chance geben, Dinge in unserem Leben zu verändern. Oft ist dies schwierig, wir brauchen Kraft und Beistand. Deshalb treten wir mit unseren Bitten vor dich.

 

1)   Hilf uns darauf zu vertrauen, dass du unsere Wege mitgehst und uns die Kraft und den Mut schenkst, das Richtige zu tun.

Wir bitten dich, …

2)   Lass uns die Fastenzeit nutzen, um auf unser Leben zu schauen. Hilf uns zu erkennen, wo wir Wege gehen, die uns und auch anderen nicht guttun. Steh uns bei, wenn wir hier Neues probieren.

3)   Es steckt so viel in uns, mit dem wir die Welt ein kleines bisschen heller machen können. Hilf uns, dies zu erkennen und auch in die Tat umzusetzen.

4)   Ganz viel ist uns in unserem Leben hier geschenkt. Lass uns dabei nicht vergessen, dass viele Menschen noch nicht einmal das Nötigste zum Leben haben. Zeige uns Wege auf, wie wir dazu beitragen können, die Not auf dieser Welt zu lindern.

5)   Nimm unsere Verstorbenen auf in dein Reich und zeige ihnen deine Herrlichkeit.

Denn du bist der Gott, der uns das Leben in Fülle schenken will. Du bist der Gott der Freude, der Sieg des Lebens über den Tod. Wir vertrauen auf dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

 

Vater Unser

Lasset uns beten, so wie Christus es selbst uns gelehrt hat:

 

Friedensgruß

 

Wo Menschen das Evangelium Jesu Christi ernst nehmen,
können sie dem Frieden ein Stück näherkommen.
Lebendiger Gott, starker Gott,
du kommst uns mit deiner Liebe entgegen
und hast eine Freude an friedvollen Menschen.
Deine Liebe gibt uns Kraft und Mut,
uns selbst anzunehmen und aufeinander zuzugehen.

So wollen wir uns nun freundlich die Hand reichen und uns den Frieden Gottes mit den Worten zusprechen: Der Friede Gottes sei mit dir.

(WGD-Leiter geben den Friedensgruß auch an die Gemeinde weiter)

Lied: Bleib bei uns Herr; GL 94, 1, 2, 3

 

Segen:

Am Ende dieses Gottesdienstes möchten wir uns bedanken für das Innehalten, für das Nachdenken über die Vergänglichkeit unseres Lebens und über die Freiheiten der Fastenzeit.

Wir sagen danke für Ihr / Euer Kommen und Mitfeiern und bedanken uns bei unserem Organisten Philip für die musikalische Umrahmung dieses Gottesdienstes. Er steckt gerade mitten im Abitur und wir drücken ihm ganz fest die Daumen für die noch ausstehenden mündlichen Prüfungen!

 

Wir wollen Gott nun um seinen Segen bitten. Dieser Segen soll uns Kraft geben, Dinge zu verändern und Neues wachsen zu lassen. Heute am Aschermittwoch ist uns hier ein besonderes Zeichen geschenkt: Das Aschenkreuz. Es soll ein Zeichen dafür sein, dass Gott uns begleiten und beistehen will.

 

So lasset uns beten:  

„Gott begleite uns auf unserm Weg durch die Fastenzeit und schenke uns deinen Geist!

So segne uns der gute und liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“  +

Gehen wir unter seiner Gnade!

 

Lied: Ich will dich lieben; GL358, 2, 5, 6

 

 

 

 

 

Zusammenstellung der Lieder:

Eröffnung:                    Meine engen Grenzen; GL 437, 1 – 4

Nach dem Kyrie:          Bekehre uns, vergib die Sünden; GL 266, 1, 2, 3, 6 (Kantor / Gemeinde)

Nach dem Evangelium:        Zu dir, o Gott, erheben wir; GL 142, 1

Nach der Besinnung zum Aschenkreuz:         Kreuz, auf das ich schaue; GL 270, 1, 2

Nach den Gedanken zur Asche:                       Danket Gott, denn er ist gut; GL 402, 1, 2

Während der Austeilung des Aschgenkreuzes: Leise Orgelmusik

Vor dem Schuldbekenntnis:         Suchen und fragen; GL 457, 1, 3

Nach dem Friedensgruß:     Bleib bei uns Herr; GL 94, 1, 3

Schluss:                                   Ich will dich lieben; GL358, 2, 5, 6