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Fastenzeit LesejahrC

5. Fastensonntag (Lesejahr C)

3/25/2025 (Gabi Müller / Klaus Völker, Stift Sankt Martin, Mainz)

Ablaufplan

Wortgottesfeier

am Sonntag, 06.04.25, 10.15 h (Fünfter Fastensonntag) Lesejahr C

(WGF-Leiter:  Gabi Müller / Klaus Völker)

Seniorenheim Stift Sankt Martin / Pastoralraum heilige Hildegard von Bingen an Rhein und Nahe / Bistum Mainz

 

Thema: „Strafe als geeignetes Mittel zur Besserung? – oder Heilen und Helfen durch Liebe?“

 

Eingangslied: Meine engen Grenzen; GL 437, 1, 3, 4

Begrüßung:

Herzlich willkommen zu diesem Wortgottesdienst zum 5. Fasten-sonntag! Wir freuen uns, dass Sie so zahlreich gekommen sind und beginnen im Namen des Vaters, … +

Das achte Kapitel des Johannesevangeliums greift Streitgespräche zwischen Jesus und seinen jüdischen Gegnern auf. Heute wird für eine Frau wegen Ehebruchs die Todesstrafe gefordert.

Jesus, selbst mit dem Tode bedroht, wird zum Lebensretter für sie.

(Stille)

Einleitung:

„Und jetzt?“ Wenn sich etwas festgefahren oder totgelaufen hat oder in einer Sackgasse endet, stellt sich Ratlosigkeit ein. Kein „Weiter so“ mehr möglich, kein Ausweg offen.

Ist uns das allen nicht auch schon einmal passiert?

In der unmittelbaren Begegnung mit Jesus erleben Menschen wie

die Ehebrecherin und die Schriftgelehrten im heutigen Evangelium ein „Jetzt“ der Gegenwart Gottes in ihrem Leben, das sie befreit und neu anfangen lässt. (Stille)

 

Im Vertrauen auf Gottes Nähe, die Leben schafft und einen Neuanfang ermöglicht, wenden wir uns im Kyrie an ihn:

 

Kyrie:

Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem Tod überliefert.

Kyrie eleison ://

 

Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner Gnade aus ihr leben.

Christe eleison ://

 

Rette uns vor tückischen, bösen Mächten, denn du bist unser starker Gott.

Kyrie eleison ://

 

Tagesgebet:

Lasset uns beten:

Herr, unser Gott, du Freund des Lebens. Jesus hat sich den Kranken und Verlorenen zugewandt. Seine besondere Liebe galt den Sündern. Hilf uns, damit auch wir voll Erbarmen auf unsere Nächsten schauen, weil du ein Gott der Liebe bist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.

Lesung:

Hat Gott nur in den alten Zeiten gesprochen? Der Prophet sagt: Einst hat Gott Israel aus Ägypten geführt – er wird noch Großes tun.

Gott ist auch ein Gott der Zukunft!

Lesung aus dem Buch Jesája.

So spricht der Herr, der einen Weg durchs Meer bahnt, einen Pfad durch gewaltige Wasser, der Wagen und Rosse ausziehen lässt, zusammen mit einem mächtigen Heer; doch sie liegen am Boden und stehen nicht mehr auf, sie sind erloschen und verglüht wie ein Docht.

Der Herr spricht: Denkt nicht mehr an das, was früher war;
auf das, was vergangen ist, achtet nicht mehr! Siehe, nun mache ich etwas Neues.
Schon sprießt es, merkt ihr es nicht? Ja, ich lege einen Weg an durch die Wüste und Flüsse durchs Ödland.
Die wilden Tiere werden mich preisen, die Schakale und Strauße,
denn ich lasse in der Wüste Wasser fließen und Flüsse im Ödland,
um mein Volk, mein erwähltes, zu tränken. Das Volk, das ich mir geformt habe, wird meinen Ruhm verkünden.

Wort des lebendigen Gottes.

 

Halleluja-Ruf:

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
Kehrt um zum Herrn von ganzem Herzen;
denn er ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Huld.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

 

Evangelium:

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es.
Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau,
die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte
und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt.
Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen.
Was sagst du? Mit diesen Worten wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn anzuklagen.
Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Als sie das gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten.
Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand.
Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben?
Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr.
Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht.
Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

Evangelium, frohe Botschaft unseres Herrn, Jesus Christus

 

Auslegung:

Mit Schuld und Sünde hat der Mensch schon immer seine Probleme gehabt, und auch wir heute noch. Schuld löst Scham aus – und die Entfernung von Gott.

In der Bibel finden wir unzählige Beispiele dazu:

Adam und Eva leben nackt im Paradies. Durch den Teufel in Gestalt der Schlange werden sie verführt. Und so geht das bis heute: Angst, Neid, Grausamkeit, Krieg, Not. Hier hat sich die Sünde milliardenfach multipliziert.

Bei Gott allerdings können wir Gnade finden. Er liebt die Menschen!

Kommen wir noch einmal zurück zu der eben gehörten Geschichte:

Da wird eine Frau vor Jesus geschleppt, die man des Ehebruchs bezichtigt, damals eine Straftat, die mit dem Tod geahndet werden musste. Gleichzeitig sollte aber auch Jesus vorgeführt werden, da er ja bei den Pharisäern, Ältesten und Priestern verhasst war:

Wie wird er wohl reagieren? Bekommen wir durch sein Verhalten endlich ein Mittel in die Hand, ihn vielleicht selbst anzuklagen, weil er gegen die Gebote des Mose verstößt?

Wie wird er sich wohl aus der Affäre ziehen?

Und Jesu stellt nicht die 10 Gebote des Alten Testaments infrage, sondern er fordert denjenigen auf, den ersten Stein zu werfen, der selbst ohne Schuld ist.

Tiefe Betroffenheit macht sich breit – und die Pharisäer? Sie wenden sich um und gehen klammheimlich davon.

Damit führt er diesen Anklägern vor Augen: Niemand ist schuldlos, jeder hat schon einmal Schuld auf sich geladen. Aber niemand hat das Recht, den ersten Stein zu werfen, also den anderen für schuldig zu erklären! Das kann nur Gott!

Was bedeutet das für uns?

GOTT hat uns SEINE Liebe darin gezeigt, dass CHRISTUS der Schuldlose, die Strafe für unsere Schuld, am Kreuz von Golgatha, stellvertretend für uns bezahlt hat. CHRISTUS der Mensch gewordene SOHN GOTTES hat vollbracht, was wir nicht vermögen. CHRISTUS hat unsere Schuld vor GOTT ausgelöscht.

Amen.

Antwort der Gemeinde

Lied: O Herr, nimm unsre Schuld; GL 273, 1 und 2

 

Sündenbekenntnis

Bekennen wir gemeinsam unsere Schuld   

-   vgl. RB S. 44

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe


- ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.


Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heilige
und euch, Brüder und Schwestern,
für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.

 

Friedensgruß:

Wir wünschen Frieden für die ganze Welt und auch untereinander. Der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, er sei mit uns.

Geben wir einander ein Zeichen dieses Friedens: Der Friede des Herrn sei allezeit mit uns!

Sonntäglicher Lobpreis: (Gloria)

Lied: Wir glauben an den einen Gott; GL 832

Fürbitten:

Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehrt und lebt. So rufen wir zu ihm:

§  Für alle Menschen, die in ihrem Leben einen Neuanfang versuchen: Indem sie aufbrechen aus ihrer Heimat, wo Krieg und Hoffnungslosigkeit herrschen


Herr, erhöre unser Gebet ://

 

§  Für alle, die in dieser Fastenzeit ihren Glauben an Christus erneuern und vertiefen wollen: Indem sie das Wort Gottes in der heiligen Schrift bewusst hören, indem sie fasten und beten, indem sie das Bußsakrament empfangen.

Herr, …

§  Für alle, die unter einer schweren Schuld leiden und keinen Weg sehen, wie sie herausfinden können: weil sie nicht glauben können, dass ihnen Vergebung geschenkt wird, weil sie Angst haben vor Konsequenzen.

Herr, …

·       Für alle Verstorbenen, die diesen Weg schon vor uns gegangen sind: Verzeih ihnen ihre Schuld und zeige ihnen deine ewige Herrlichkeit.

Herr, …

Heiliger und erbarmender Gott. Du erhörst unsere Bitten und schenkst allen das Heil, die es bei dir suchen. Dir sei Lob und Ehre, jetzt und in Ewigkeit. Amen

 

Übertragung der Hostien vom Tabernakel zum Altar:

Lied: Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr ; GL 388

Vater unser:

Gott sagt ja zu uns. Gott schickt uns seinen Sohn, damit wir seinen Wegen folgen. Vertrauensvoll sprechen wir das Vater unser:

Kommunionspende:

Dieses Brot verbindet uns mit der Eucharistiefeier vom letzten Sonntag. Es ist das Brot des Lebens.

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, …

Herr, ich bin nicht würdig, dass du …

Jesus sagt:

Frau, hat dich keiner verurteilt? – Keiner, Herr!

Auch ich verurteile dich nicht! – Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

Der Leib Christi

Danksagung:

Lied: Nun danket alle Gott; GL 405, 1 und 2

Schlussgebet:

Wir sind wieder am Ende dieses Gottesdienstes angelangt und bedanken uns ganz herzlich für Ihr Kommen und Mitfeiern!

Am Ende bleibt uns, Ihnen noch einen schönen Sonntag und eine gute Woche zu wünschen!

Bekanntgaben/Intensionen:

Segensbitte/Segen:

Dazu wollen wir Gott um seinen Segen bitten:

·        Gott segne uns mit Gesten der Liebe

·        Gott segne uns mit Worten der Vergebung

·        Gott segne uns mit der Kraft des Glaubens

Lass uns immer lebendige Glieder deiner Kirche bleiben! Darum bitten wir den Vater, den  … +

Gehen wir in Gottes Frieden!

Marienlied: Maria, dich lieben; GL 521, 1, 3, 4, 6