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Jahreskreis LesejahrB

17. Sonntag im Jahreskreis

16.02.2022 (Robert Fischbacher, Überall)

GL 258 – Lobe den Herren

 

KREUZZEICHEN - LITURGISCHER GRUSS

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Ich begrüße Sie recht herzlich zu unserer heutigen Wort-Gottes-Feier.

Gott, der weiß, was wir brauchen und der uns nicht uns selbst überlässt, er ist jetzt auch in unserer Mitte. So lasst uns in seinem Namen beginnen:

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Gemeinde: Amen.

 

EINFÜHRUNG

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Liebe Gemeinde,

heute ist von Hunger die Rede - sowohl in der alttestamentlichen Lesung als auch im Evangelium. Vom Hunger und vom Sattwerden. Dass Hunger mehr sein kann als ein knurrender Magen, das wissen wir. Wir sind heute eingeladen, Gott wieder neu unsere Sehnsucht, den Hunger unseres Herzens hinzuhalten. Ihn wollen wir jetzt in unserer Mitte und in unserem Leben willkommen heißen.

 

Kurze Stille

 

CHRISTUSRUFE - KYRIE-LITANEI

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Suchende sind wir, Herr, nach einem Sinn. - Herr, erbarme dich.

Gemeinde: Herr, erbarme dich.

 

Hoffende sind wir, Herr, auf ein Zeichen. - Christus, erbarme dich.

Gemeinde: Christus, erbarme dich.

 

Tastende sind wir, Herr, nach einem Grund, der trägt. -

Herr, erbarme dich.

Gemeinde: Herr, erbarme dich.

 

ERÖFFNUNGSGEBET

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Lasset uns beten.

Barmherziger Gott.

Du beschützt alle, die auf dich hoffen.

Du weißt, was unser Herz braucht,

und willst unseren Hunger stillen.

Lass uns dich suchen, wenn unser Herz unruhig ist,

und lass uns auf dich und deine Fülle hoffen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus,

unseren Bruder und Herrn.

Gemeinde: Amen.

 

ERSTE LESUNG

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Lesung aus dem zweiten Buch der Könige.

 

 ANTWORTGESANG - PSALM

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GL 758

 

ZWEITE LESUNG

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Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser.

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

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Halleluja, Halleluja.

Ein großer Prophet trat unter uns auf:

Gott nahm sich seines Volkes an.

Halleluja, Halleluja.

 

EVANGELIUM

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Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes.

 

Kreuzzeichen auf Buch, Stirn, Mund und Brust

 

Gemeinde: Ehre sei dir, o Herr.

 

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

Gemeinde: Lob sei dir, Christus.

 

Haleluja

 

AUSLEGUNG UND DEUTUNG

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Liebe Gemeinde.

Wer lässt sich schon gerne abspeisen? Die Erfahrung, abgespeist zu werden, haben wir wohl alle schon einmal gemacht. Eine unangenehme Erfahrung, denn abgespeist zu werden hat nur wenig mit "gespeist werden" zu tun. Abgespeist zu werden, das bedeutet soviel wie abgefertigt zu werden, abgewiesen, hingehalten, abgelehnt, vertröstet, abgewimmelt zu werden durch allzu schnelle Antworten, eilfertige Beruhigungen, einen daher gesagten Ratschlag. Was bleibt, ist das schale Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Was bleibt, ist die Sorge, die Frage, der Hunger. Sich abspeisen zu lassen bedeutet etwas Negatives. Diese Erfahrung können wir in ganz unterschiedlichen Bereichen machen: Wir können uns abgespeist fühlen von den Versprechungen, die Politiker während eines Wahlkampfes machen; wir können uns abgespeist fühlen, wenn unser Gehalt nicht unseren wirklichen Leistungen zu entsprechen scheint; wir können uns abgespeist fühlen in Beziehungen, in denen wir nicht die Nähe und Offenheit finden, nach der wir uns sehnen. Und selbst im religiösen Bereich können wir den Eindruck gewinnen, abgespeist zu werden, wenn uns die Nährkraft des Glaubens vorenthalten bleibt, die Nährkraft des Wortes Gottes, und wir stehen bleiben bei unserem Hunger, unserer Sehnsucht.

 

Den Menschen, die Jesus in unserem heutigen Evangelium hinterhergehen, war die Erfahrung, im politischen, persönlichen oder religiösen Bereich immer wieder abgespeist zu werden, sicher genauso bekannt wie uns heute. Ihr Hunger nach Sinn, Heil-sein und Glück war wohl nicht geringer als bei uns. Und mit diesem ungestillten Hunger suchten sie die Nähe Jesu. Und Jesus spürt den Hunger, die Sehnsucht, die die Menschen bewegt. Er weiß genau, was sie ersehnen, was sie brauchen: Nahrung für die Seele, Stärkung für ihr Herz. Auch die Jünger sehen die Menge hungriger Menschen. Aber ihre Wahrnehmung bleibt am äußeren Anschein hängen und so formulieren sie auch das Problem, dass Brot für 200 Denare nicht ausreichen kann, um jedem dieser Menschen auch nur einen Bissen zum Kauen zu geben. Den eigentlichen Hunger, den sehen sie nicht. Und während sie darüber nachgrübeln, wie die Männer, Frauen und Kinder etwas in den Bauch bekommen könnten, geraten sie in die Falle, die Menschen schnell abspeisen zu wollen. Jesus aber sieht tiefer. Sieht hinter den hungrigen Augen die hungrigen Herzen, will diesem Hunger Nahrung geben und Nahrung sein - nicht einfach aus sich heraus: Ausdrücklich wird erzählt, dass Jesus zuallererst Verbindung mit seinem Vater aufnimmt, zu ihm betet, bevor er beginnt auszuteilen. Und die Menschen, von denen erzählt wird, dass es 5000 waren, erleben, dass jeder soviel bekommt, wie er braucht; dass keiner Angst haben muss, zu kurz zu kommen; dass jeder genau das bekommt, was er benötigt. Da wird niemand schnell abgespeist. Da wird Speisung verteilt, da wird miteinander gespeist und Hunger gestillt - Hunger am Leib, aber vielmehr noch Hunger an der Seele; Hunger, der ganz verschiedene Gesichter trägt und vielleicht Sehnsucht nach Nähe, nach Angenommensein, nach Geborgenheit und Liebe heißen mag und vielleicht auch Tröstung in Trauer und Stärkung in Angst. Das ist das Wunder, das die Menschen erleben: dass sie bei Jesus das bekommen, was sie brauchen - und zwar in Überfülle! Zwölf Körbe voll bleiben übrig.

 

Heute würde ein Zweifler sagen, dass Jesus und Elischa einfach nur eine Art Zaubertrick angewendet haben, um sich die Aufmerksamkeit und die Gunst der Menschen zu erschwindeln. Aber darum geht es gar nicht. Es geht darum, dass die Liebe Jesus nicht auf ein paar einzelne Menschen beschränkt ist. Er liebt alle – sogar jene, die ihn ans Kreuz geschlagen haben. Nur wer Liebe gibt, kann auch Liebe empfangen. Unendlich lang, ganz ohne Zaubertricks.

 

Wenn auch wir miteinander an jedem Sonntag das Brot des Lebens teilen, dann dürfen wir Gott unsere ganze Sehnsucht hinhalten, wir dürfen vertrauen, dass er auch zu uns gekommen ist, damit wir "das Leben haben und es in Fülle haben". Unendlich lang. Bis über unseren Tod hinaus. Amen.

 

STILLE

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GLAUBENSBEKENNTNIS

 

Bestärken und ermutigen wir uns gegenseitig auf unserem Weg, indem wir voreinander und vor Gott unseren Glauben bekennen.

Ich glaube an Gott

 

PREDIGTLIED

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SCHULDBEKENNTNIS + VERGEBUNGSBITTE

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Oft geben wir Jesus nicht den Raum, dass er uns beschenken kann. Oft sind unsere viel beschäftigten Hände und Herzen schon voll mit vielem, was uns wichtig ist. Wollen wir jetzt unsere Herzen erneuern und voreinander und vor Gott unsere Schuld bekennen.

 

Ich bekenne, Gott dem Allmächtigen

 

Es erbarme sich unser der gute und treue Gott.

Er nehme von uns, was uns daran hindert,

uns mit seiner Liebe beschenken zu lassen.

Er führe uns zur Fülle des Lebens.

Gemeinde: Amen.

 

 

FRIEDENSZEICHEN

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Herr Jesus Christus, schau nicht auf unsere Sünden und auf unser Versagen. Schau auf den Glauben deiner Kirche und schenke uns und allen, mit denen wir verbunden sind, schenk der ganzen Welt Einheit und Frieden.

 

Der Friede des Herrn sei mitten unter uns.

 

LOBPREIS UND HYMNUS

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Wort-Gottes-Feier, Seite 178

 

Hymnus: GL 270,1-3 Kommt herbei, singt dem Herrn

 

 

FÜRBITTEN

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Lebendiger Gott, die Hungernden beschenkst du mit deinen Gaben. So halten wir dir den Hunger unserer Welt hin und bitten dich:

- Für die Hungernden in aller Welt bitten wir, denen es an Nahrung und allem Lebensnotwendigen fehlt. - Christus, höre uns.

Gemeinde: Christus, erhöre uns.

 

- Für die Politiker bitten wir, die Einfluss darauf haben, dass die Güter der Erde gerecht verteilt werden. - Christus, höre uns.

Gemeinde: Christus, erhöre uns.

 

- Für die Menschen bitten wir, die schwer an ihrem Leben tragen, die traurig, verzweifelt, depressiv sind. - Christus, höre uns.

Gemeinde: Christus, erhöre uns.

 

- Für die Menschen bitten wir, die von anderen durch Vertröstungen und Beschwichtigungen abgespeist und enttäuscht wurden. - Christus, höre uns.

Gemeinde: Christus, erhöre uns.

 

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- Für unsere Verstorbenen bitten wir: dass sie Anteil bekommen am Gastmahl deiner Liebe. - Christus, höre uns.

Gemeinde: Christus, erhöre uns.

 

 

LIED

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Ich will dich lieben, meine Stärke

GL 558,1,2,6

 

 

STILLE ANBETUNG

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Alle bleiben eine angemessene Zeit in stillem Gebet knien.

Zum Vaterunser stehen alle auf.

 

VATERUNSER

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Lasst uns gemeinsam beten, wie Jesus uns zu beten gelehrt hat. Gemeinde: Vater unser im Himmel

 

 

DANKLIED

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Nun danket all und bringet Ehr

GL 267,1-4

 

 

DANKGEBET

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Lasset uns beten.

 

Nach kurzer Stille spricht G:

 

Guter Gott,

dein Sohn war bei uns zu Gast

und gleichzeitig war er unser Gastgeber.

Er ist uns im Wort begegnet, das uns ermutigen und trösten will.

Und er hat sich uns geschenkt im Brot des Lebens,

das uns immer mehr zu lebendigen Menschen wandeln will.

Lass uns mit Mut und Fröhlichkeit durch diesen Tag

und in die neue Woche gehen.

Darum bitten wir dich und danken dir,

jetzt und alle Tage unseres Lebens.

Gemeinde: Amen.

 

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SEGENSBITTE

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Wir bitten Gott um seinen Segen:

 

Gott, du Lebendiger, gehe mit uns.

Segne unsere Schritte auf die Menschen hin,

dass wir uns dorthin wenden, wo wir gebraucht werden.

Segne unsere Augen, die erfüllt sind vom Licht des Himmels

und den Farben dieser Erde, dass sie dieses Licht ausstrahlen.

Segne unsere Ohren, die deine Worte aufgenommen haben,

dass sie in allem die leisen Töne deiner Gegenwart vernehmen.

Segne unsere Hände, die zärtlich berührt haben,

was du geschaffen hast, dass sie sich öffnen können,

das zu geben, was du hineingelegt hast.

Segne unsere Gedanken und Empfindungen,

die sich neu ausgerichtet haben, dass sie uns helfen,

den Weg des eigenen Lebens zu finden.

So segne und begleite uns der lebendige Gott,

 

Kreuzzeichen

 

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Gemeinde: Amen.

 

ENTLASSUNG

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Lasst uns nun gehen in seinem Frieden.

Gemeinde: Dank sei Gott, dem Herrn.

 

LIED

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Im Frieden dein GL 473,1-3

 

**Proficiat**

**Deo gratias**