Gottesdienst am Fest der heiligen Barbara

Eröffnung

Lied; Wir sagen euch an GL 115,1-4

Im Namen des Vaters, des Sohnes, und des Heiligen Geistes, Amen

Einführung

In der Adventszeit trifft man im Heiligenkalender der Kirche auf adventliche Menschen: Heilige, die den nachfolgenden Generationen durch Gedenktage, Legenden, Bräuche und Symbole viele Jahrhunderte erhalten geblieben sind. So gedenken wir heute am 4. Dezember der Heiligen Barbara. Barbara lebte wohl um 300 n. Chr. in Nikomedien in Kleinasien, in der heutigen Türkei. Nach der Überlieferung war sie die Tochter eines reichen heidnischen Kaufmanns. Gegen seinen Willen ließ sich Barbara taufen. Ihr Vater hatte jedoch andere Pläne mit ihr und wollte sie unbedingt von ihrem Glauben abbringen. Deshalb sperrte er sie in einen Turm. Doch Barbara hielt an ihrer Entscheidung fest und blieb Christus treu. Da ließ der Vater sie zum Tode verurteilen. Er selbst soll seine Tochter getötet haben.


Kyrie
Guter Gott und Vater, gib auch uns etwas von dieser Begeisterung.
Stille In Barbaras Lebensgeschichte können wir nachlesen, dass sie treu für das eintrat, was in ihren Augen gut und richtig erschien.
*Herr erbarme Dich*
Guter Gott und Vater, schenke auch uns etwas von diesem Mut, damit wir uns für das Richtige im Leben einsetzen.
*Christus erbarme Dich*
Barbara hatte unglaubliches Gottvertrauen. Sie wusste, das Gott aus Starrem,
Kaltem und Totem Lebendiges entstehen lassen kann.
*Herr erbarme Dich*

Tagesgebet

Guter Gott, das Fest der Heiligen Barbara lehrt uns, uns selber treu zu bleiben.
Wir sind froh, dass wir auf Barbara und ihr Leben schauen können. Sie liebte die
Menschen und vor allem dich, als dreifaltigen Gott. Ihr Mut, ihre Gradlinigkeit
und ihr großes Gottvertrauen setzen auch noch heute in unserem Leben Zeichen.
Amen.

Lesung Jes 35,1-4

Lesung aus dem Buch Jesaja,

die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien.

Sie wird blühen und jubeln in aller Lust und Freude. Die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, die Pracht von Karmel und Scharon. Sie sehen die Herrlichkeit des HERRN, die Pracht unsres Gottes.

Stärkt die müden Hände und macht fest die wankenden Knie!

Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott! Er kommt zur Rache; Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen."

Wort des lebendigen Gottes

Lied Wachet auf, ruft uns die Stimme GL 110, 1+2

Haleluja

Aus dem Evangelium nach Johannes
Ehre sei Dir Oh Herr

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!

In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?

Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.

Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr.

Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen?

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Predigt

Wie in der Legende überliefert wird, war Barbara eine sehr schöne und kluge junge Frau, so dass viele Männer aus Nikomedia um ihre Hand anhielten. Barbara aber wollte nicht heiraten und wies die Verehrer zurück. Die junge Frau besuchte eine Gruppe junger Christen, die sich trotz der Christenverfolgung durch den Kaiser heimlich trafen. Barbara lernte dort das Evangelium kennen und kam zu der Erkenntnis, dass sie Christin werden wollte.

Barbaras Vater versuchte sie von der Außenwelt abzuschirmen und sperrte sie in einen eigens dafür gebauten Turm, sie sollte mit einem Jüngling des kaiserlichen Hofes verheiratet werden. Hauptgrund für das Einsperren des Mädchens war aber der verzweifelte Versuch des Vaters, Barbaras Hinwendung zum Christentum zu verhindern.

In der Abgeschiedenheit ihres Gefängnisses bekannte Barbara sich gegen den Willen des Vaters zum Christentum. Der Vater versuchte, sie mit Marterungen und Peinigungen umzustimmen, doch dies bestärkte sie noch in ihrem Glauben. Dem Turm ließ sie ein drittes Fenster hinzufügen - als Symbol der Dreifaltigkeit. Vom Heiligen Geist erleuchtet, ließ sich Barbara in einem heidnischen Opferbecken taufen. Als ihr Vater davon erfuhr, beschloss er, seine Tochter zu töten. Barbara konnte in einen Felsspalt fliehen, der sich wie durch ein Wunder vor ihr öffnete. Seitdem gilt Barbara auch als Schutzpatron der Bergleute.

Sie wurde aber dennoch von einem Hirten verraten. Dioscuros fand seine Tochter, schlug sie und brachte sie zum römischen Statthalter Marcianus, der sie zum Tode verurteilte. In der Stadt wurde sie schließlich so grausam misshandelt, dass ihre Haut am Ende in Fetzen vom Körper hing. In der Gefängniszelle erschien ihr Christus und heilte ihre Wunden. Der erbitterte Statthalter ließ sie nun in der Öffentlichkeit mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln foltern. Vor ihrem Tod betete Barbara, daraufhin erschien ein Engel und hüllte sie in ein schneeweiß leuchtendes Gewand.

Letztendlich enthauptete der grausame Vater seine Tochter selbst. Er wurde kurz darauf vom Blitz getroffen und verbrannte, was sich der Legende nach im Jahr 306 unter Kaiser Maximinus Daia zutrug.

Eine weitere Legende erzählt, dass sich auf ihrem Weg ins Gefängnis ein kahler Kirschbaumzweig in ihrem Kleid verfing. Diesen Zweig soll sie ins Wasser gestellt haben. Am Tag ihrer Hinrichtung blühte er auf. Ihre Worte sind überliefert: "So wird es auch mit mir sein. Wenn sie mich töten, werde ich aufblühen zu neuem Leben." Als Christen wollen wir das Andenken der heiligen Barbara erhalten.

Auf diese mutige Frau schauen wir heute und überlegen, wo sie uns Vorbild in unserem Leben sein kann. Aus der Legende wissen wir, dass Barbara von der frohen Botschaft fasziniert war.

Fürbitten
Gütiger Gott und Vater, im Vertrauen auf deine Hilfe blicken wir auf dich:

Heute feiern wir das Fest der Hl. Barbara. Du hast sie durch die Taufe stark gemacht. Lass sie uns Vorbild sein, und stärke alle Getauften, damit sie ihr Leben zum Blühen bringen. -
Wir bitten dich, erhöre uns
Es gibt Menschen, die sich in der Gemeinschaft der Christen nicht angenommen fühlen. Sie haben sich zurückgezogen und ihre Blüten sind wieder verschlossen.
Wir bitten dich, erhöre uns
Hilf, dass sie durch uns deine Liebe spüren und sich wieder öffnen.
Wir bitten dich, erhöre uns
Viele Menschen haben große Sorgen durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Die Knospen der Hoffnung in ihrem Leben drohen abzufallen. Lass uns ihre Sorgen und ihre Verzweiflung sehen, und hilf uns, ihnen wieder neuen Mut zu geben.Für unsere Verstorbenen ist der Weg auf dieser Welt zu Ende.
Wir bitten dich, erhöre uns
Wir hoffen auf ihre Auferstehung, wie die Zweige nach dem Winter wieder zu neuem Leben erwachen. Schenke ihnen das ewige Leben.
Denn wir loben und ehren dich durch Christus, den Bruder aller Menschen.
Amen.

Geh in den Garten am Barbaratag.
Gehe zum kahlen Kirschbaum und sag:
Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit.
Der Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch in ein paar Wochen, da wird es geschehn:
Wir feiern ein Fest, wie Frühling so schön.
Baum, einen Zweig gib du mir von dir,
ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir.
Und er wird blühen in leuchtender Pracht
mitten im Winter in der Heiligen Nacht.
(Josef Guggenmos)

Schlussgebet
Guter Gott und Vater, wir wollen dir danken, dass du uns Jesus, deinen Sohn, geschenkt hast. Wir haben Grund zu danken, weil es uns gut geht. Du lässt Menschen wie die Hl. Barbara in unser Leben treten, damit wir durch ihr Beispiel für unser Leben lernen können, dass du unser größter Reichtum bist.
Amen

Segen

In Verbundenheit mit der heiligen Barbara bitten wir Gott um seinen Segen:

Der Segen des dreifaltigen Gottes komme über uns,
dringe ein in die Enge unseres Geistes,
durchbreche unsere Gleichgültigkeit
und erleuchte unser Inneres
mit den Strahlen seiner Freundlichkeit.

So segne uns der dreifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige

Geist.
Amen.

Lied 828 Tauet Himmel den Gerechten